Wertschätzung von Pflegekräften: Mitarbeiterzufriedenheit und Anerkennung steigern

Pflegekräfte wünschen sich oft mehr Wertschätzung. Dies äußert sich in dem Bedarf nach angemessener Bezahlung, besseren Arbeitsbedingungen und einem respektvollen Arbeitsklima. Hinzu kommt der Wunsch nach verbesserten Führungsstilen. Wertschätzung wird individuell erlebt. Wie können Sie all diese Wünsche erfüllen? 

Personalverantwortliche müssen einen Weg finden, die vielfältigen Facetten der Anerkennung in den Alltag zu integrieren. Nur so können wir die Bedürfnissen der Pflegenden erfüllen als auch der Qualität der Patientenversorgung entsprechen.

Studieneinblicke: Was Pflegekräfte wirklich wollen

Um die Bedeutung der Wertschätzung zu verstehen, schauen wir uns zwei aktuelle Studien genauer an. In der ersten Studie, „Ich pflege wieder, wenn …“, geben 88,2 % der Befragten an, unter den richtigen Arbeitsbedingungen eine Rückkehr in den Pflegeberuf in Betracht zu ziehen.

Also knapp 300.000 Arbeitskräfte, die wir wieder aktivieren könnten.

Die wichtigsten Faktoren für den Wiedereinstieg: Wertschätzung!

97,4 % nennen den „fairen Umgang unter Kollegen“ und 96,5 % „wertschätzende Führung“ als wichtigste Punkte.

Eine weitere Studie zur Arbeitszufriedenheit im Pflegebereich hebt hervor, dass die wichtigsten Themenfelder für den Berufsverbleib Vergütung (73 %), Vereinbarkeit von Familie und Beruf (66 %), Pflegequalität (53 %) sowie Führung und Teamatmosphäre (50 %) sind.

Diese Ergebnisse zeigen deutlich, wie vielfältig die Bedürfnisse der Pflegekräfte sind und unterstreichen die Notwendigkeit, Arbeitsbedingungen individuell anzupassen. Die Aufgabe an Personalverantwortliche und Recruiter in Krankenhäusern ist klar.

Ich pflege wieder wenn
Die wichtigsten Arbeitsbedingungen für Rückkehr bzw. Stundenerhöhung. Studie "Ich pflege wieder, wenn..."

Praxisbeispiele: Anerkennung erfolgreich umsetzen

In der Pflege ist Wertschätzung mehr als ein Wort – es ist eine Grundhaltung, die das Arbeitsklima prägt und das Engagement des Pflegepersonals direkt beeinflusst. Um diese Kultur der Anerkennung lebendig zu gestalten, stellen wir Ihnen konkrete Beispiele vor, die zeigen, wie verschiedene Einrichtungen im Gesundheitswesen diesen Grundsatz erfolgreich in die Praxis umsetzen.

Kommunikation und Feedback: Durch die Einführung monatlicher Feedbackrunden, wie in einem Krankenhaus in Bayern praktiziert, werden offene Kommunikationskanäle etabliert, die eine transparente und vertrauensvolle Atmosphäre schaffen. Besonders die Gen Z ist eine direkte und kontinuierliche Kommunikation gewohnt.

Anerkennungsprogramme: Die Vergabe des „Pflege-Superstar“-Awards durch ein Berliner Krankenhaus illustriert, wie Mitarbeiterauszeichnungen und -belohnungen das Engagement und die außergewöhnlichen Leistungen von Pflegekräften anerkennen.

Berufliche Entwicklung: Ein gefördertes Weiterbildungsprogramm in einem Hamburger Krankenhaus unterstützt die berufliche und persönliche Entwicklung, indem es Pflegekräften ermöglicht, sich in Spezialgebieten fortzubilden.

Arbeitsumgebung: Die Investition in die Renovierung von Aufenthaltsräumen, wie in einer Stuttgarter Klinik umgesetzt, schafft ein unterstützendes und gesundes Arbeitsumfeld. Besonders wichtig: Digitalisierung und Technologieoffenheit. Viele Pflegekräfte beklagen beispielsweise das Fehlen von flächendeckendem W-Lan. 

Selbstwertschätzung von Pflegekräften: Workshops zur Resilienzsteigerung und Stressbewältigung, wie in Leipzig angeboten, stärken die positive Wahrnehmung und Bedeutung des eigenen Berufs.

Wertschätzung durch Patienten und Angehörige: Das „Dankesbaum“-Projekt in einem Kölner Krankenhaus erleichtert es Patienten und Angehörigen, ihre Dankbarkeit auszudrücken.

Wertschätzung im Team: Teambuilding durch gemeinsame Outdoor-Events und Teamchallenges, wie in einer Frankfurter Klinik durchgeführt, fördert den Teamgeist.

Feedbackkultur: Die Nutzung einer Feedback-App in einem Dresdner Krankenhaus zeigt, wie die Entwicklung einer Kultur des offenen und konstruktiven Feedbacks die kontinuierliche Verbesserung unterstützt.

Ideenmanagement: Die Waldkliniken Eisenberg haben für Ihren Neubau Ideen von allen Berufsgruppen gesammelt. Von über 1.000 Ideen wurden 900 umgesetzt. Nutzen Sie die Erfahrung der Mitarbeitenden. Sie wissen am Besten, wie ihr Arbeitsalltag verbessert werden kann.

Die aufgeführten Beispiele verdeutlichen, dass es viele Wege gibt, die Wertschätzung für Pflegekräfte auszudrücken und zu fördern. Sie verdeutlichen wie andere Einrichtungen es schaffen Pflegeberufe attraktiver zu machen.

Indem Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen solche Maßnahmen ergreifen, können sie nicht nur die Arbeitszufriedenheit steigern, sondern auch die Qualität der Pflege nachhaltig verbessern.

Natürlich sollten Sie auch darauf achten, dass ihr Angebot mit dem (lokalen) Wettbewerb mithalten kann. Nur so schaffen Sie die Grundlagen für Mitarbeitergewinnung und -bindung

Herausforderungen meistern: Wege zur effektiven Wertschätzung

Bei der Implementierung von Wertschätzungsmaßnahmen im Pflegebereich können mehrere Herausforderungen und Hindernisse auftreten:

  1. Ressourcenmangel: Sowohl finanzielle als auch personelle Ressourcen sind oft begrenzt, was die Einführung von Anerkennungsprogrammen erschwert.
  2. Widerstand gegen Veränderungen: Einige Mitarbeiter könnten skeptisch gegenüber neuen Initiativen sein, besonders wenn die Vorteile nicht sofort erkennbar sind.
  3. Mangel an messbaren Kriterien: Die Effektivität von Wertschätzungsmaßnahmen zu messen, ist herausfordernd, was ihre nachhaltige Implementierung erschweren kann.
  4. Kulturelle Unterschiede: In einem diversen Arbeitsumfeld kann es schwierig sein, eine Form der Anerkennung zu finden, die für alle Mitarbeiter gleichermaßen ansprechend ist.
  5. Fehlende Unterstützung durch das Management: Ohne die aktive Unterstützung der Führungsebene ist es schwer, eine Kultur der Wertschätzung nachhaltig zu etablieren.
  6. Vermeintlich hohe Kosten: Obwohl die Einführung von Wertschätzungsinitiativen mit Kosten verbunden ist, sind diese oft geringer im Vergleich zu den Ausgaben, die durch hohe Mitarbeiterfluktuation und die Neubesetzung von Stellen entstehen.


Um diese Herausforderungen zu überwinden, sind kreative Lösungsansätze und das Engagement aller Beteiligten erforderlich. Dazu gehört die Entwicklung flexibler Programme, die Anpassung an die Bedürfnisse der Mitarbeiter, die aktive Einbindung des Managements und die Förderung einer offenen Kommunikationskultur.

Oft hilft ein Blick von außen, um diese Transformationsprozesse zu starten.

Zukunft gestalten: Mit Wertschätzung in eine bessere Pflege

Die Wertschätzung des Pflegepersonals wird in der Zukunft des Gesundheitswesens eine entscheidende Rolle spielen. Innovative Ansätze, die auf Technologie, flexiblen Arbeitsmodellen und einer verstärkten Einbeziehung der Mitarbeiter in Entscheidungsprozesse basieren, könnten die Mitarbeiterzufriedenheit weiter steigern. 

Durch die Anerkennung der Leistungen und die Förderung eines positiven Arbeitsumfelds können Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen eine hochmotivierte Belegschaft aufbauen, die für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet ist.

Fazit: Mehr Anerkennung, bessere Pflege

Die Bedeutung der Wertschätzung im Pflegebereich kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Die Zusammenarbeit mit Krankenhäusern und Kliniken hat gezeigt, dass durch gezielte Maßnahmen nicht nur die Arbeitszufriedenheit der Pflegekräfte gesteigert, sondern auch die Pflegequalität nachhaltig verbessert werden kann.

Von offener Kommunikation bis hin zu innovativen Anerkennungsprogrammen – die Möglichkeiten sind vielfältig. Entscheidend ist, dass Führungskräfte im Gesundheitswesen diese Erkenntnisse ernst nehmen und aktiv umsetzen. Denn nur so kann eine Kultur der Wertschätzung geschaffen werden, die allen zugutekommt.

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